Donnerstag, 8. Mai 2014

Eine Summerbag für meine Hebamme

Im letzten Sommer, in den Wochen nach der Geburt meines Babies, habe ich mich hingesetzt und in kleinen Schritten eine groooße Tasche für meine Hebamme genäht. Das Schnittmuster war die Summerbag von Mulis, die sich bei mir schon als Wickeltasche bewährt hatte.
Warum ich mich im Wochenbett hingesetzt habe und so ein Projekt gestartet habe?


Weil ich meiner Hebamme ein ganz großes "Dankeschön" sagen wollte. Sie hat mich während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in den Wochen nach der Geburt begleitet. Sie hat mich während der Schwangerschaft und während ich über den Termin gegangen bin mit ihrer großen Gelassenheit beruhigt. Sie hat mir andere Sichtweisen als die der Ärzte aufgezeigt. Sie hatte ein wachsames Auge auf die Schwangerschaft und auf die Entwicklung des Bauchbabies, ohne das wir uns entlang einer perfekten Entwicklungskurve hätten bewegen müssen. Und im Wochenbett hat sie mir bei einer schweren Entscheidung geholfen, in einer Situation in der ich das Offensichtlichste nicht mehr gesehen habe.


Ihr habt alle schon x-mal in letzter Zeit über die schwierige Situation der Hebammen gelesen. Ich will nicht wieder alle Argumente herunterkauen. Ich will nur sagen, dass NICHT nur freiberufliche Hebammen, die Hausgeburten- und Geburtshausgeburten begleiten betroffen sind. Auch Beleghebammen die im Krankenhaus arbeiten sind betroffen und alle Hebammen die Vorsorge und Nachsorge anbieten. Wenn keine Lösung für die problematische Situation gefunden wird, dann wird es keine Geburtsvorbereitungskurse mehr geben und auch keine Rückbildungskurse mehr. Dann wird das Wissen und die Erfahrung der Hebammen verloren gehen.
Und ich weiß eines ganz gewiss: ob ich noch ein drittes Kind bekommen werde, hängt essentiell davon ab, ob es in ein paar Jahren noch Hebammen gibt oder nicht. Denn ohne Hebammenbegleitung und der Möglichkeit einer außerklinischen Geburt, wird es bei meinen zwei Jungs bleiben. Denn obwohl ich in der Schwangerschaft begleitet und überwacht werden möchte, möchte ich mich nicht der übermäßigen Kontrolle von Ärzten und auch ganz bestimmt nicht den Routinen einer Krankenhausgeburt unterwerfen, wenn ich es zwei Mal ganz anders erlebt habe. Mit zwei  wunderschönen und völlig selbstbestimmte Geburten.


Die Tasche darf selbstverständlich auch zu RUMS.

Kommentare:

  1. Ich bin gerade sehr gerührt! Du schreibst wunderschön, ehrlich und so zutreffend! Vieles kann ich direkt so unterschreiben und bin eigentlich auch der Meinung, dass man nicht genug auf die Situation der Hebammen aufmerksam machen kann! Deine Hebamme wird sich mit Sicherheit riesig freuen! Du hast eine wunderschöne Tasche gezaubert!
    Liebe Grüße,
    Jacqueline

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  2. So eine tolle Tasche und so schöne Worte...
    Habt einen schönen Tag
    Liebe Grüße
    Jenny

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  3. Die Tasche ist total schön und ich finde es toll, dass du sie deiner Hebamme schenken möchtest - meine war bei der Hausgeburt (nach vorangegangenem Kaiserschnitt) eine tolle Unterstützutzung. Liebe Grüße, Elvira

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